Vorpräparation von Reinigungstextilien

Nicht nur in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen: Immer weniger Personal ist aufgefordert, immer größere Flächen zu reinigen und zu desinfizieren. Dazu kommt ein enormer Kostendruck, der Einsparungen kaum noch zulässt. Moderne Reinigungsverfahren wie die Vorpräparation von Reinigungstextilien können Abhilfe schaffen.

Die Vorpräparation ist eine einfache Methode zur Reinigung und Desinfektion mit vorgetränkten Reinigungstextilien. Mit ihr werden ein Ansetzen von Lösungen und das Auspressen von Tüchern und Mopps vermieden. Zudem ist dieses Verfahren im Vergleich zur klassischen Methode zeitsparend, da man die Textilien schnell zur Hand hat. Der Anwender ist geschützt, da er weniger mit Reinigungs- und Desinfektionschemikalien hantieren muss und die Textilien nach der Verwendung direkt in einen
Wäschesack abwirft. So wird gleichzeitig eine Keimübertragung in die angesetzte Lösung verhindert, Rüstzeiten werden reduziert und Fehldosierungen vermieden.
Die Vorpräparation kann über das Waschverfahren in der Waschmaschine oder das manuelle Verfahren durchgeführt werden. Entscheidend ist die Größe der Einrichtung, vor allem die Zahl der Zimmer. Für eine kleinere Einrichtung, zum Beispiel ein Altenheim mit bis zu 80 Zimmern, ist die manuelle Vorpräparation kein großer Arbeitsaufwand. Für eine größere Einrichtung rentiert sich eher das maschinelle Verfahren.In vielen Krankenhäusern wird das Reinigen mit vorgetränkten Textilien schon praktiziert. In Altenheimen nimmt der Einsatz stetig zu. Das Verfahren ist eine Möglichkeit, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig den Anforderungen in hygienesensiblen Bereichen gerecht zu werden.

Die richtige Dosierung

Bei der Vorpräparation von Reinigungstextilien wird mit einer definierten Menge an Lösung gearbeitet und an die zu desinfizierende Oberfläche abgegeben. Bei der konventionellen Eimermethode wird das Tuch in die Lösung getaucht und anschließend ausgewrungen. So lässt sich ein (Lösungs-) Wirkstoffüberschuss nicht vermeiden. Diesen Überschuss hat man bei der Vorpräparation nicht. Je nach Dicke des Tuches wird mit 30 bis 50 Millilitern Desinfektionslösung kalkuliert, bei Mopps mit 300 bis 500 Millilitern. Da die Textilien in der Desinfektionslösung während eines Arbeitstages lagern, muss davon ausgegangen werden, dass die zum Arbeitsbeginn korrekt angesetzte Lösung einen geringeren Wirkstoffgehalt hat, je länger das Tuch oder der Mopp darin lagern. Man spricht dabei von der sogenannten Adsorbtion. Das heißt: Der Desinfektionswirkstoff kann sich an der Oberfläche des Tuches ablagern. Dies kann man ausgleichen, indem man statt der zum Beispiel 0,5-prozentigen Lösung die Anwendungskonzentration um 0,2 Prozent erhöht und von vornherein eine 0,7-prozentige Lösung ansetzt.

Komfortabel: Das maschinelle Verfahren

Bei der maschinellen Aufbereitung spielen sich sämtliche Arbeitsschritte in der Waschmaschine ab, vom desinfizierenden Waschen bis zum Vorpräparieren inklusive der richtigen Dosierung aller Mittel. Das Vorpräparieren von Reinigungstextilien in der Waschmaschine (Pre-Wash-Verfahren) ist sehr komfortabel und funktioniert wie folgt: Alle benötigten Chemikalien, also Waschmittel, Waschkraftverstärker, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, werden über Dosierpumpen der Maschine und somit der Wäsche zugeführt. Die benötigten Daten wie Wassermenge und Chemiebedarf werden vorher von Technikern meist in mehreren Waschgängen festgelegt. Dies kann dann als Programm aufgerufen werden.

Ein Beispiel: Es sollen blaue Tücher zur Oberflächendesinfektion eines Bewohnerzimmers gewaschen werden. Die abgezählten Tücher werden in die Maschine gegeben („Bullauge“ vorab desinfizieren, falls die Maschine nur eine Beladungsmöglichkeit hat), desinfizierend gewaschen und anschließend in einem weiteren Waschgang, dem sogenannten Spülgang, mit dem Desinfektionsmittel versehen. Dabei wird die komplette Waschflotte in der Waschmaschine mit einem Desinfektionsmittel auf Anwendungskonzentration (zum Beispiel 100 Milliliter auf zehn Liter Lösung, dies entspricht einer einprozentigen Lösung) gebracht. Die überschüssige Lösung wird abgepumpt und die Tücher werden über einen Schleudergang auf die vorher festgelegte Restfeuchte gebracht.

Danach werden die Tücher entnommen und in sauberen, täglich gereinigten beziehungsweise desinfizierten Behältnissen (Boxen oder Containern) bis zu ihrem Einsatz gelagert. Erst vor dem Arbeitseinsatz wird das Tuch gefaltet. Eine gesonderte Trocknung im Trockner ist nicht nötig; die Gefahr einer Verkeimung oder Bildung eines Biofilms ist nicht gegeben.

Manuelle Variante: Die Textilien werden übergossen

Beim manuellen Verfahren (Pre-prepared-Verfahren) werden die Tücher zunächst in der Waschmaschine desinfizierend gewaschen, danach der Maschine entnommen, gefaltet und in entsprechende Boxen gelegt. Die Desinfektionslösung wird über ein Dosiergerät in einen Messbecher gefüllt. Dabei gilt: Die Menge an Lösung ist abhängig von der Anzahl der Tücher. Sollen also 20 Tücher in einer Box vorpräpariert werden, muss mit 30 bis 50 Milliliter Lösung pro Tuch gerechnet werden. Also werden circa 600 bis 1.000 Milliliter Lösung benötigt. Die Tücher werden dann mit der Lösung übergossen.

Vorpräparation hat viele Vorteile

Um ein korrektes Ergebnis bei der Vorpräparation zu erzielen, muss die Aufbereitung der zum Einsatz kommenden Textilien und Utensilien nach Herstellerangaben durchgeführt werden. Aber auch die Auswahl des richtigen Desinfektionsmittels ist von Bedeutung. Die Vorpräparation von Reinigungstextilien, ob manuell oder maschinell, erspart Zeit und dadurch Geld. Gleichzeitig wird die Anwenderfreundlichkeit erhöht und die Hygiene verbessert.

Fehldosierungen gehören quasi der Vergangenheit an, ebenso die Keimverschleppung und Kreuzkontamination. So sind Anwender und auch Oberflächen geschützt. Hinzu kommt der Vorteil, dass schweres Eimertragen und kräftezerrendes Auswringen entfallen. Zudem kann mit dem Verfahren die Flächenleistung optimiert werden.

Welches Tuch und welcher Mopp?

Oftmals fragen sich Entscheider im Vorfeld: Welches Tuch und welcher Mopp kann bei diesem System verwendet werden? Ist es möglich, das vorhandene Equipment weiter zu nutzen oder stehen Neuanschaffungen an? Bei vielen Reinigungsarbeiten ist es zum Teil wenig relevant, ob ein Mikrofasertuch oder ein Vlies-Allzwecktuch, ein Baumwoll- oder ein Mikrofasermopp verwendet werden. Nicht so bei Arbeiten in zu desinfizierenden Objekten wie Altenheimen und Krankenhäuser. Hier sollten zur Routinedesinfektion Mikrofasertextilien verwendet werden.

So wird es auch indirekt vom Robert Koch-Institut (RKI) in seiner Anforderung an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen eingefordert: „Bezüge und Tücher sollen eine hohe Aufnahmefähigkeit für Flüssigkeit haben, beständig gegen Reinigungsdetergenzien und Desinfektionsmittel sowie möglichst wenig flusend und bei hoher Temperaturbeständigkeit leicht aufzubereiten sein.“

Mikrofasern können sehr viel Feuchtigkeit und Schmutz aufnehmen und sind reinigungsaktiv. Vor allem bei der desinfizierenden Reinigung kommt es darauf an, dass mit einstufigem Wischen eine entsprechende Leistung erzielt wird.

Zwar lehnt das RKI den Einsatz von Baumwolltextilien zur Desinfektion nicht grundsätzlich ab, merkt jedoch Folgendes in der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention an: „Die zu desinfizierende Oberfläche wird mit einem Scheuertuch, Schwamm o. Ä., die mit der Gebrauchsverdünnung des Desinfektionsmittels getränkt wurden, unter leichtem Druck abgerieben.“

Bei der Vorpräparation ist Mikrofaser zu empfehlen

In der professionellen Gebäudereinigung kommen häufig das klassische Vlies-Allzwecktuch und der Baumwollmopp zum Einsatz. Sie spielen jedoch bei der Vorpräparation zur Desinfektion im Altenheim, und erst recht im Krankenhaus, eine untergeordnete Rolle, da sie spätestens nach einigen Waschgängen stark fusseln. Der Baumwollmopp ist vor allem für glatte Bodenbeläge wie Parkett oder glattes PVC geeignet und überzeugt dabei mit seiner Laufeigenschaft. Auf modernen, strukturierten Bodenbelägen, wie zum Beispiel PUR-vergüteten (Polyurethan) PVC-Belägen und Steinfeinzeugfliesen, kommt dieser Mopp schnell an seine reinigungstechnische Grenze.

Aufgrund von angetrocknetem Schmutz, Kalk und Reinigungsmittelrückständen ist häufig ein erhöhter Reinigungsaufwand mit stärkeren Reinigungschemikalien die Folge. Reinigungstextilien aus Baumwollfasern sind nicht reinigungsaktiv und sollten für das einstufige Wischen nicht eingesetzt werden. Ein Vorteil dieser Bezüge ist, dass sie bei bis zu 95 °C waschbar sind. Desinfizierendes Waschen setzt dem Baumwollmopp aber stark zu, die Fasern werden spröde und brüchig und die Haltbarkeit leidet sehr.

Demgegenüber stehen Tücher und Mopps aus Mikrofasern. Sie laufen in der Regel schwerer als Baumwolltextilien über Oberflächen und Böden. Man spürt dies bei Tüchern aufgrund der geringen Auflagefläche jedoch nur wenig. Die Fasern des Mopps verhaken sich in der zu reinigenden Oberfläche und er lässt sich schwer über den Bodenbelag ziehen. Besonders ist dieser Effekt bei strukturierten Belägen oder Fliesen mit Rutschhemmung zu spüren, wie sie im Badbereich von Altenheimen oder Krankenhäusern verlegt sind.

Für die Desinfektion und die Vorpräparation sind Reinigungstextilien aus Mikrofasern aber eindeutig zu empfehlen.

 

Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise von der Fachzeitschrift Rationell Reinigen zur Verfügung gestellt.