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Stellenwert der Händedesinfektion und neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Händehygiene

Kurzbeschreibung

Die Hände des Personals gelten als wichtigster Überträger von Krankheitserregern. Deshalb gehört die Händehygiene zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verhütung von nosokomialen Infektionen.  Keine andere Maßnahme der Krankenhaushygiene hat eine so hohe epidemiologische Evidenz für den Infektionsschutz des Patienten.

Mit der verbesserten Compliance der Händehygiene sinkt die Rate nosokomialen Infektionen signifikant. Das wurde sowohl anhand der Gesamtinzidenz nosokomialer Infektionen  als auch für spezielle Infektionen wie Atemweginfektionen, Katheter-assoziierte Harnweg- und Blutstrominfektionen, postoperative Wundinfektionen und neonatale Infektionen nachgewiesen. Zugleich wird die Ausbreitung multiresistenter Bakterien deutlich herabgesetzt.

Ebenso ist die Händedesinfektion im Rahmen von Ausbruchgeschehen unentbehrlich zur Beherrschung des Geschehens. Aber auch in kommunalen Settings  trägt die Händedesinfektion zur Herabsetzung der Erkrankungshäufigkeit sowohl durch gastrointestinale als auch durch respiratorische Infektionen bei.

Folgende Aspekte werden anhand aktueller Untersuchungsergebnisse näher charakterisiert:

  • Überlegenheit alkoholischer Händedesinfektionsmittel im Vergleich zur hygienischen Händewaschung (Wirksamkeit und Verträglichkeit)
  • Möglichkeiten zur Verbesserung der Compliance der hygienischen Händedesinfektion
  • vereinfachte Technik der chirurgischen Händedesinfektion
  • Zur Rolle von Schutzhandschuhen, OP-Handschuhen und Unterziehhandschuhen
  • Bedeutung von Hautschutz und Hautpflege             
  • rechtliche Aspekte bei Mängeln in der Händehygiene.       

Zum Referenten

Prof. Dr. Med. Axel Kramer studierte Humanmedizin in Greifswald und legte anschließend sein Staatsexamen an der Med. Fakultät ab. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hygiene und Umweltmedizin und stieg zum Facharzt auf. Er zählt als Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, wo er zunächst als Präsident und seit 2010 als Altpräsident fungiert. Kramer ist Mitglied in diversen Fachgesellschaften und wurde mehrfach für seine wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet und geehrt.